Freitag, 23. September 2016

18:38

meinem kopf ist schwindelig.
meinem bauch ist übel.
meinem rücken tut es weh.
meine augen weinen.
meinem herz ist schwer.
meine gefühle haben angst.

ich schau nur zu

Dienstag, 16. August 2016

Hallo, Lieblingsmensch. Arschlecken 2,50!

Ich fühl mich so weit entfernt, von euch und alldem was da draußen so los ist. Liebt und vermehrt euch. Wie denn?!

Alles so weit weg.

Es kann nunmal niemand in Kreis Nummer 1.
Die, die am nächsten sind, bei denen auch mal zusammen brechen ok ist.
Gibts nicht.
Ich kann nicht aus meiner Haut und ihr auch nicht.
Ich trau das keinem zu.
Dass er das zusammenbrechen aushält.
Das halt doch ich schon kaum aus.
Wie soll ich denn dann noch jemand anderes damit belasten?
Es reicht doch, dass ich den Schmerz spür.
Ich würd ja so gern mal "hier" schreien wenn gefragt wird.
Aber dann bleib ich doch stumm.
Lächeln kann ich immer.
Das ist irgendwie gar nicht so schwer.
Aber zu zweit oder mehr sein?
Jemanden mal wirklich reinlassen und zugeben wie es mir geht?
No way.
Man ist noch so vernetzt.
Ich antworte ja auch auf Nachrichten. Meistens.
Und es gehen einem ja auch so viele verloren.
Heute bist du noch da und wir teilen alles und morgen bist du auf einmal in Hong Kong.
Ich nehm dir das nicht übel, aber weh tun tut es trotzdem.
Wir alle jagen Träumen hinterher. Aber am Ziel alleine sein ist auch nicht schön.
Mal davon abgesehen, dass ich vom Ziel noch herzlich weit entfernt bin.
Da liegt noch ein langer Weg vor mir.
Den schleiche ich alleine entlang.
Treten sie in Kontakt, in Interaktion. Sie müssen ja nicht alle mögen!
Hauptsache sie sagen was.
Wann ist das eigentlich passiert?
Wann bin ich so einer unsozialen Kartoffel geworden?
Meine Zimmerpflanze scheint auch nicht mit meiner Gesellschaft zufrieden zu sein.
Ne Katze wäre bei mir auch nicht gut aufgehoben. Außerdem ist Gabriel gegen Katzen allergisch.
Hör auf so erbärmlich zu sein! Scher dich raus und unternimm was!
Morgen vielleicht. Heute ist alles so durchschnittlich.
Falscher Tag um was zu verändern.

Dienstag, 1. Dezember 2015

27.November 2015 18:31

Ich sitze in der Bahn, mir gegenüber eine Frau mit einer Sektflasche. Schon als sie einstieg, hatte sie irgendwie eine negative Ausstrahlung. Ich niese als sie einsteigt und sich setzt, und ich habe das gefühl, dass jemand was zu mir sagt, das ich wegen der Musik auf meinen Kopfhörern nicht hören konnte. Ich schau sie an aber es passierte nichts auffälliges, deswegen starre ich wieder in die Gegend. 

Sie öffnet ihre Sektflasche, alleine in der bahn und trinkt diesen Sekt, dann stellt sie ihn auf den Boden. Sie starrt mich an, das kann ich spüren, und als ich dann in die spiegelnde Fensterscheibe schaue bestätigt sich meine Vermutung. Sie fängt an in ihrer Tasche rumzukramen und holt ihr Handy raus, das offensichtlich aus ist. Sie drückt wild darauf herum, als wolle sie es anschalten. Dann schaut sie mich an und sagt irgendwas zu mir, irgendwie wirkt es unfreundlich, deswegen gehe ich nicht drauf ein, trotzdem bin ich neugierig und mache meine Musik etwas leiser, damit ich sie beim nächsten Mal eventuell verstehen kann. 

Etwas später beugt sie sich zu mir rüber und schaut auf mein Handy, wie automatisch kippe ich es etwas in ihre Richtung, als würde ich sie kennen und ihr zeigen was ich grad mache. Sie begutachtet mein Handy kurz und lehnt sich wieder zurück, wieder mit einem etwas bitteren Beigeschmack, den ich aber nicht genau ausmachen kann. 
Dann schaut sie mich wieder an und sagt unfreundlich: "Hallo! Können Sie mir mal helfen das geht nicht mehr an!"  

"Und was soll ich machen?" patze ich zurück. Wieder sagt sie irgendwas was ich nicht verstehe und hält mir ihr Handy hin. Ich schau es an und entgegne, ohne zu wissen was sie gesagt hat: "Sorry mit den Samsungs kenne ich mich überhaupt nicht aus, keine Ahnung." bestimmt aber relativ freundlich. 

Wieder ein moment der stille.  

Sie stupst mich an „was hast du denn für eins?“ ich schaue sie nur mürrisch an, weil ich mir nicht sicher bin wo dieses Gespräch hinführen soll. „du hast doch n iPhone oder? welches ist das?“ wieder ist ihre stimme nicht von Freundlichkeit. 
ich, nicht gewillt ihr irgendwelche informationen zu geben, lüge: „keine Ahnung 5 oder 6 ich weiß es nicht so genau“ „aber das ist doch bestimmt das schicke“ ich schau sie nur an. Sie lehnt sich nickend zurück. 

Stille. 

„und wenn du doch so schick bist und so toll und so n iPhone hast…“ Ich überschlage die Beine, weil mir zunehmend unbehaglich wird, sie bemerkt das und giftet mich an „Ahja haste schon gemerkt ne?! du und dein iPhone“ sie fuchtelt mit den Händen in der Luft rum. Sie lehnt sich zurück nur um sich direkt wieder vor zu lehnen, mir aufs Knie zu tippen und zu fragen: „Kann ich dich noch was fragen?“ 

Ich schneide sie ab mit „ Ich hatte einen anstrengenden Tag, ich mag gerade nicht reden“ und schaue ihr dabei fest in die Augen, damit sie mich eventuell in Ruhe lässt. Ab dem Moment hoffe ich, dass sie bei der nächsten Station aussteigen muss. 
Sie kramt in ihrer Tasche, durch das spiegelnde Fenster kann ich unauffällig einen Blick in ihre Tasche werfen, ich sehe Zigaretten, ein zweites Handy und Kleinkram. Ich frage mich wie diese Konversation wohl weiter geht. Ich male mir aus wie sie mich beklauen will. Oder gewalttätig wird. Ich warte einen Moment ab in dem sie abgelenkt ist und stecke mein Handy von der Außentasche rechts in die Innentasche links, weil ich hoffe dass es da sicherer ist. 

Sie hat aufgehört in ihrer Tasche zu kramen ohne irgendetwas darin verändert oder gemacht zu haben und starrt mich weiter an.

Ich weiche ihrem Blick aus und lege mir Sätze zurecht wie „Stop. Lass mich in Ruhe!“ „Das reicht. Hau ab.“ „Halt. Aufhören!“ dabei muss ich an „mein Tanzbereich, dein Tanzbereich“ denken, was gänzlich unpassend zu dieser Situation ist. 

Ich spüre immer noch, wie sie mich anstarrt und es wirkt fast so als würde sie mich in ihrem Kopf verfluchen. Ich bekomme ein mulmiges Gefühl. Ich bekomme richtig Angst. Ich sage mir, dass ich bald zuhause bin und zügig vom Bahnsteig über die Straße ins Haus gehen kann. Aber ich habe meinen Schlüssel vergessen, also muss ich klingeln und warten bis jemand aufmacht. Was die Situation nicht besser macht. 

Das ängstliche Gefühl geht nicht weg. Ich bemerke, dass ich dieses Gefühl auf irgendeine weise gut finde. Es gefällt mir. Ich habe Angst und das finde ich gut. Ich fühle die Angst nocheinmal bewusst nach. Denke, dass sie eine Art Selbstverletzung ist und es leichtsinnig ist sie gut zu finden. Ich verunsichere mich selbst und doch mag ich diese Angst und habe das Gefühl diese Angst würde mir eine unerhoffte Wichtigkeit verschaffen. Ich genieße sie richtig. 

Als die Bahn an meiner Haltestelle hält lasse ich mir so viel Zeit wie möglich um auszusteigen. Die Frau bleibt sitzen, aber nicht ohne noch ein bisschen halblaut über mich zu meckern.